Sie wedeln mit Palmzweigen, legen sie vor ihm hin, ja sogar Gewänder auf dem Boden, auf dem er reitet. Der Einzug eines wahren Königs. Das Volk ist überglücklich darüber, dass der von ihnen längst herbei ersehnte Messias nun endlich da ist. Die Worte der Bergpredigt, die Wundertaten, die er im Vorfeld vollbracht hat. All das hat dieses Volk, das in seiner Existenz schon von so vielen Herren unterdrückt und versklavt wurde, erleiden müssen. Nun endlich hoffen sie auf die Befreiung von den Römern und auch vom Vasallenkönig Herodes. Aber waren hier alle dieser Hoffnung? Nun die Schriftgelehrten und Hohepriester sahen in Jesus eine Gefahr, einen Aufrührer, der ihnen, die die geistliche Macht hatten, gefährlich wurde. Vor allem sahen sie in ihm nicht den Messias. Obwohl die Propheten Jesus in all seinem Wirken und Wesen angekündigt hatten und hier auch in den Schriftrollen verzeichnet war, war ihr Herz und auch die Augen verblendet gegenüber der Wahrheit. Und diese Verblendung sollte später dann den Ausschlag für die Erfüllung der Schrift über das Leiden des Lammes (hier: Jesus Christus) geben. Selbst das Volk, wird sich wieder von Jesus abwenden und seine Kreuzigung mit fordern, wenngleich unter der Führung der Priesterschaft.
Lassen wir einmal die Geschichte in der heutigen Zeit spielen. Jesus ist im heiligen Land unterwegs, er ist von etwa 30 Jahren in Bethlehem geboren, heute im Gebiet der Palästinenser. Was wäre anders? Zum einen er wurde in der Stadt Davids geboren, aber in einem Autonomiegebiet. Er hätte es heute ungemein schwerer, durch das Land zu ziehen, weil er immer argwöhnisch beobachtet würde. Das Volk mit seinen Worten zu überzeugen von der wundervollen Kraft des Evangeliums, schier unmöglich. Ein Einzug nach Jerusalem auf einem Esel und die Menschen jubeln ihm zu. Jeder würde das mit besonderen Blicken beobachten. Aber dennoch würde er es schaffen, denn er ist der Sohn Gottes. Und dank Internet und Smartphones wäre Jesus dann doch sehr schnell ein Medienstar. Nur die Leidensgeschichte, da bin ich. mir noch nicht sicher, wie das heute möglich wäre. Also lassen wir dieses Gedankenspiel sein. Warum?
Nun die Symbolik ist hier auch tragend. Der Esel, sonst keine Verkehrsteilnehmer. Die Straßen noch aus Staub und Erde, wenig gepflasterte Wege, genau richtig für das ausbreiten der Kleidung auf dem Boden vor Jesus auf dem Esel... Auch das, was während der Leidensgeschichte passiert, bis hin zur Verurteilung ist genau ausgeählt, inclusive der Zeit. Bereiten wir uns durch den Palmsonntag auf die Karwoche vor, die beginnt und begleiten Jesus Christus auf seinem Weg zum Kreuz und zur Auferstehung. Amen

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