Montag, 28. Oktober 2024

Der Weg zu Allerheiligen

 


Gerade in diesen Tagen, wo sich der Frühnebel bis zum späten Nachmittag hält, es klamm wird gegen Abend, das kommt Allerheiligen ins Spiel.

Allerheiligen - als Gedenktag für alle Heiligen in der Kirche als gebotener Feiertag festgelegt und Allerseelen, einen Tag später, zum Gedenken an alle verstorbenen Seelen - wird meistens noch dazu genutzt - um auf dem Friedhof die Gräber der Verstorbenen zu segnen.

Man trifft sich auf dem örtlichen Friedhof oder in der Trauerhalle, um dort an einer kurzen Andacht teilzunehmen. Meist sind dort die Angehörigen der zuletzt verstorbenen Gemeindemitglieder.  Aber auch das lässt zunehmend nach. Nach der Andacht gehen die Angehörigen zu den Gräbern ihrer Lieben, wo der Zelebrant nach einem kurzen Segensgebet, mit Weihwasser das Grabmal segnet.  Meist verbleiben die Angehörigen kurz am Grab, um sich danach wieder zu entfernen. Ein paar Minuten bei den Eltern, Geschwistern, Ehepartnern, die von Gott schon heimgerufen wurden, mehr nicht. 

Genau das zeigt auch das Beitragsbild, welches zu Beginn noch klar zu erkennen ist, aber am Ende das Tor ist verschwommen.  So oder ähnlich verhält es sich auch mit unserem Leben und dem Andenken an unsere Verstorbenen ( nicht immer, aber so in etwa). Sind sie noch unter uns, dann ist alles klar, man trifft sich, man redet, feiert aber man streitet auch. Je weiter man den Weg voranschreitet und auf das Tor zugeht, desto klarer wird das kommende Ende der Zeit auf Erden. Blickt man zurück, so ist das, was am Anfang an noch klar war, verschwommen. Da steht man nun, vorne kommt der Tag des eigenen Abschieds immer näher, und nach hinten blickend sieht man die schon vorausgegangen unseres Lebensweges immer mehr verschwimmen. Dort setzt nun die Erinnerung ein, an Stunden und Tage, ja Jahre, an die man sich mit Freude und mit Tränen erinnert. Die aber nicht wiederkommen. 

Jesus spricht: "Fürchtet Euch nicht!" Aber wir sind Menschen und jetzt ist die Furcht wieder groß! Immer wieder erlebe ich Situationen, in denen Menschen gerade in dieser Zeit, und zu Weihnachten mit Tränen in den Augen da stehen und sich den/die Verstorbenen zurückwünschen, da sie ihnen noch so viel sagen möchten.  Jetzt ist es zu spät.... nein, es ist nicht zu spät. Gott hat jedem Menschen etwas als Geschenk mit in die Wiege gelegt, es ist die Möglichkeit, Erinnerungen ins Herz zu nehmen.  Ich muss hier nur daran arbeiten, dieses Geschenk wieder zu finden, abzustauben und dann die Erinnerung an einen lieben Angehörigen (Mutter, Vater, Bruder, Schwester, Ehepartner, Großeltern, Tanten, Onkel, vielleicht auch Kinder) wie einen Film in mein Gedächtnis zu rufen, um schöne Tage nochmals zu erleben. Ich muss es nur zulassen und mir die Zeit nehmen. 
Denn das schlimmste an der Trauer, ist die Verbitterung, da ich es nicht schaffe, die Zeit zu finden, und die positiven Erinnerungen abzurufen. Jesus hilft uns da, ich muss ihn anrufen.

Und wenn wir an Allerheiligen zum Friedhof gehen, dann sind wir nicht allzu traurig, sondern freuen uns mit unserem Verstorbenen, das Gott ihn in sein Reich gerufen hat und auch für uns Platz ist, wenn er uns eines Tages ruft.  Gott liebt uns alle, einen jeden von uns. Und er möchte nicht, dass wir zu viel trauern, er will, dass wir einen jeden, der vor uns gegangen ist, in liebevoller Erinnerung halten und uns auch ein wenig freuen, dass niemand vergessen wird. Amen


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wenn Gott sich entscheidet, jemanden zu sich zu rufen

Haben wir nicht schon so manches Mal das Erlebnis gehabt, dass ein geliebter Mensch von uns gegangen ist, also gestorben ist und wir uns gef...